Freie Berufe stabilisieren die Mitte der Gesellschaft

sagte NRW Gesundheitsminister Laumann bei der Laudatio der besten Auszubildenden 2022 im Haus der Ärzteschaft in Düsseldorf am 17. November. Die 65 besten von  den 15000 Auszubildenden in Nordrhein erhielten vom Minister persönlich eine Auszeichnung. Der Verband der Freien Berufe hatte die Feierstunde ausgerichtet für die Medizinischen Fachangestellten, die zahnmedizinischen Fachangestellten, die pharmazeutisch-kaufmännischen Angestellten, die Steuerfachangestellten und zwei Vermessungstechniker.

Der Minister, selbst gelernter Maschinenschlosser, führte aus, dass es eine Bedeutung habe, wenn junge Menschen in einem Freien Beruf eine duale Ausbildung machten. Es mache einen Unterschied, sich nicht für einen Großbetrieb oder für eine öffentliche Verwaltung entschieden zu haben. In der Regel arbeite man in kleinteiligen Strukturen. Die hohe Zahl der AbsolventInnen der dualen Ausbildung in den Freien Berufe zeige, wie attraktiv diese Berufe als Lern- und Arbeitsort seien. Man stehe mit seiner Persönlichkeit für den Beruf, der aus seiner Sicht mehr sein sollte als ein Gelderwerb. Der Beruf müsse auch Sicherheit und Planbarkeit des Lebens ermöglichen. Eine gute Arbeit müsse eine sichere Arbeit sein, die Achtung erfahren solle.

Es habe eine Bedeutung, wenn eine Lehre bei einem Freiberufler, der in der Regel auch Praxisinhaber sei gemacht würde. Die Strukturen der freien Berufe, die es fast nur in den deutschsprachigen Ländern gebe,  seien in der Regel unabhängig von Kapitalgesellschaften. Sie seien Teil des Mittelstandes und trügen einen großen Teil zum Wohlstand dieses Landes bei. CS

Photo: Catherina Stauch




70 Jahre Freie Berufe in NRW-Jubiläumsveranstaltung am 20. November 2018

Mit einem festlichen Rahmenprogramm beging der Verband Freie Berufe in Nordrhein Westfalen sein 70-jähriges Jubiläum im Haus der Ärzteschaft in Düsseldorf.

Die 30 besten Auszubildenden in den Freien Berufen wurden geehrt. Ministerpräsiden Laschet hielt die Festrede. Der Chefredakteur der Westdeutschen Zeitung Ulli Tückmantel führte durch die Podiumsdiskussion mit Verkehrsminister Wüst und Verbandsvorsitzenden Hanspeter Klein.

„Freie Berufe sind zu fördern…“ zitierte der Ministerpräsident des Landes Nordrhein Westfalen den Paragrafen 28 der Landesverfassung NRW. Circa 250 000 Freiberufler stellten ungefähr 800 000 Arbeitsplätze und erwirtschafteten circa 120 Milliarden €uro. Die Landesregierung könne die anstehenden strukturellen Probleme beispielsweise im Straßenbau nicht ohne die feiberuflichen Ingenieurbüros bewerkstelligen. Die sogenannten Entfesselungspakete der Landesregierung stellten Maßnahmen zum Bürokratieabbau insbesondere in den freiberuflichen Tätigkeitsfeldern dar. Als Beispiel nannte er die Hygieneampeln der Bäcker.

Nach der Ehrung der 30 besten Auszubildenden durch den Ministerpräsidenten persönlich sowie den Vorsitzenden des Verbandes Freier Berufe Hanspeter Klein führte Ulli Tückmantel durch die Podiumsdiskussion mit Verkehrsminister Wüst und Hanspeter Klein. Auf die Frage, mit welcher Geschwindigkeit die Digitalisierung in den verschiedenen Bereichen abliefe, antwortete der Verkehrsminister, dass die kleinen Wirtschaftseinheiten der Freiberufler leichter zu digitalisieren seien, da sie im Rahmen der Wettbewerbsfähigkeit zügiger arbeiten müssten. Auf die Frage des Stellenwertes der freien Berufe in Europa antwortete der Minister, dass in Brüssel der Wert und die gesellschaftlichen Aufgaben der freien Berufe nicht verstanden würden. Lediglich Luxemburg und Österreich hätten neben der BRD freie Berufe. Auch die Vielfalt im Bankenwesen mit Sparkassen und Genossenschaftsbanken wäre im übrigen Europa unbekannt.

Welches Vermächtnis er hinterlasse, beantwortete Hanspeter Klein damit, dass der Landesverband der Freien Berufe ein eigenes Referat  „Grundsatzfragen des Mittelstandes Freie Berufe“ im Wirschaftsministerium des Landes NRW verankern konnte. Er bedaure, dass es bisher nicht gelungen sei, die Freiberuflichkeit zum Exportartikel in Europa zu machen.

Die Jubiläumsveranstaltung des Dachverbandes der Freien Berufe wurde von dem neu gewählten Vorsitzenden Bernd Zimmer, Facharzt für Allgemeinmedizin aus Wuppertal in den informellen Teil des Abends mit einem Büfett und ungezwungenen Gesprächen übergeleitet. CS

Photo:CS